Die Powerregion
Viele junge Menschen im Weinviertel, Südmähren und der Westslowakei sind unter ganz anderen Voraussetzungen aufgewachsen als ihre Eltern und Großeltern. Den Eisernen Vorhang, der entlang des Weinviertels verlaufen ist, kennen sie nur noch aus Erzählungen. Die „Historische Unbelastbarkeit” der Jugend bietet eine Chance, die „Grenzen im Kopf” erst gar nicht entstehen zu lassen.
Grenzüberschreitende Schulkooperationen gehören bereits zum guten Ton vieler Schulen. Zusätzliche Unterstützung bildet die vom Land NÖ und der NÖ Landesakademie initiierte Sprachoffensive, an der bisher insgesamt 6.700 SchülerInnen teilnehmen und freiwillig tschechisch, slowakisch bzw. ungarisch lernen.
Was die Jugendlichen denken, was sie interessiert oder wie sie sich ihre Zukunft vorstellen, ist Gegenstand der Projektstudie „Jugend im Grenzland”, einer Befragung von 1.200 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren aus der EUREGIO Weinviertel, Südmähren und Westslowakei. Das EUREGIO-Jugendparlament gilt als Sprachrohr junger Menschen in der Region.
Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die Öffnung der Grenzen verändern sukzessive die in ländlichen Strukturen nach wie vor verhafteten geschlechtsspezifischen Rollenbilder. Frauen sind im Vergleich zu Männern – bedingt durch zahlreiche strukturelle Faktoren, wie mangelnde Angebote im Öffentlichen Verkehr, fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten, etc., weniger mobil. Sie sind auch nicht im gewünschten Ausmaß in die Regional- und Wirtschaftsentwicklung eingebunden.
Eine Aufwertung des regionalen Potenzials kann vor allem durch das grundsätzliche Bekenntnis zu Gender Mainstreaming (Chancengleichheit von Männern und Frauen) und eine verstärkte Thematisierung, sowie Sensibilisierung der politischen AkteurInnen erreicht werden.
Die große Herausforderung besteht zusätzlich im Hinüberschauen über die Grenze. Wie leben die Frauen in Südmähren und der Westslowakei, welche Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse haben sie? Wo finden sich Gemeinsamkeit, wo liegen die Unterschiede? Das Projekt GEKO – „gendersensible Kooperationen in der grenzüberschreitenden Regionalentwicklung” hat sich zum Ziel gesetzt, Gender Mainstreaming in den grenzüberschreitenden Förderprogrammen zu verankern und grenzüberschreitend auf Chancengleichheit ausgerichtete Projekte zu fördern.
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